"Siehe ich mache alles neu"
Der Frühling hat keine Eile. Er drängelt nicht, er kündigt sich nicht groß an. Er ist einfach irgendwann da. Erst mit einem wärmeren Wind, dann mit Vogelstimmen am Morgen und schließlich mit Blumen, die auftauchen, wo gestern noch nichts war. Als hätten sie sich heimlich abgesprochen. Und vielleicht sehnst du dich auch so sehr nach ihm wie ich, während ich diese Zeilen schreibe und draußen noch Schnee liegt, obwohl wir uns doch eigentlich schon nach Frühling sehnen.
Und wenn man sich das Bild zur Jahreslosung anschaut, merkt man, wie gut es dazu passt. Dort heißt es: Gott spricht: „Siehe, ich mache alles neu.“ Nicht als großes Feuerwerk, eher wie ein leises Weitergehen. Nicht alles auf einmal, sondern Stück für Stück. Manchmal so, dass man es erst merkt, wenn man kurz stehen bleibt und genauer hinschaut.
Vielleicht ist dir aufgefallen, dass diese Ausgabe des Gemeindebriefs nicht nur den Frühling, sondern auch schon den Sommer umfasst, weil sie bis in den Juni hineinreicht. Auch das ist so ein kleines Zeichen dafür, dass Dinge sich bewegen. Warum das so ist und was sich sonst noch verändert, dazu findest du mehr im Gemeindebrief. Neu heißt ja nicht, dass alles sofort glänzt und leicht wird. Es gibt genug, was uns beschäftigt, was müde macht oder Sorgen bereitet. In den Nachrichten und ganz privat. Aber trotzdem gibt es diese kleinen Unterbrechungen im Alltag. Ein Gespräch, das gut tut. Ein Moment, in dem man plötzlich lachen muss. Oder einfach das Gefühl, dass man heute ein bisschen leichter atmet als gestern.
Auch in der Gemeinde passiert viel von dem, was nicht groß angekündigt wird. Menschen, die füreinander da sind. Ideen, die langsam Form annehmen. Dinge, die ausprobiert werden dürfen. Nicht alles muss neu sein. Aber manches darf sich verändern, damit es lebendig bleibt.Vielleicht geht es bei dieser Jahreslosung genau darum. Nicht darum, dass alles anders wird, sondern dass wir offen bleiben für das, was wachsen will. Für kleine Anfänge, für neue Gedanken, für Wege, die man noch nicht kennt.
So gehen wir durch diese nächsten Monate, durch Frühling und schon ein Stück Sommer. Mit offenen Augen für das, was blüht, mit Geduld für das, was noch Zeit braucht, und mit der leisen Hoffnung, dass mehr möglich ist, als wir manchmal denken.
Alles Liebe,
Ihre Pastorin Deborah Siemermann