In eigener Sache

Abschied von Michael Brecklinghaus

Als mich etwa 2003 Pastor Ortwin Heilemann fragte, ob ich nicht Lust hätte, mich als Lektor ausbilden zu lassen, war ich sehr überrascht. Traute ich mir das zu? Andererseits war es eigentlich das, was ich nach meinem Wechsel von der katholischen Kirche zur evangelisch lutherischen gewünscht hatte: Aktiver in der Kirche mitarbeiten zu können.
Als Katholik durfte ich nicht einmal Religionsunterricht erteilen, mit der Begründung, dass meine Frau evangelisch sei – noch 1985! Als achtjähriger war ich schon Messdiener, und betete zu Beginn des Gottesdienstes – noch auf Latein: „Zum Altare Gottes will ich treten. Zu Gott, der mich erfreut von Jugend auf.“ Dieses Gefühl der Andacht und Ehrfurcht hat mich bis heute nicht verlassen. So kam es, dass ich 2005 als Lektor beauftragt wurde.

Konsequenterweise folgte dann die Prädikantenausbildung und die Beauftragung 2010.Was konnte ich also nun mehr tun? Ich denke, es ist sehr wichtig, dass Laien von ihrem Glauben erzählen, gemeinsam Gottesdienst und Abendmahl feiern. Der Glaube hatte für mich immer eine wichtige Stellung in meinem Leben. Ihn mitzuteilen und weiterzugeben, war etwas Aktives. Und vor allem war ich ja von der Bürde eines „theologischen Rucksacks“ befreit. Die Menschen, die in den Gottesdienst kamen, sollten Gotteserfahrung und Glauben als wichtigen Halt in ihrem Leben spüren. Für mich war der Glaube oft Quell der Freude, aber auch Halt und Rückzug. Das spürte ich bei unseren Kindern und Enkelkindern und in Momenten großer Verzweiflung und Trauer. Auch Zweifel gehörten dazu. Aber Zweifeln ist für mich nichts Negatives.In Gesprächen nach den Gottesdiensten habe ich oft erfahren, wie wichtig der Trost, die Hoffnung und Zuversicht für Menschen sein kann. Das erfüllt mich mit tiefer Dankbarkeit und Freude.

Und so scheide ich aus dem Amt mit Dankbarkeit allen gegenüber, die mitgeholfen haben, all dies zu vermitteln. Und wie es oft so ist: man möchte eigentlich weitermachen. Alter und damit verbundene Beschwernisse hindern jedoch daran.Und es ist auch gut so. Vielleicht ist es ja für andere auch Ansporn, eine solche Aufgabe als sinnvollen Dienst an den Menschen anzusehen.

Artikel: Michael Brecklinghaus

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